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Designstudie · Marke erfundenEmotionaler Werbefilm · 56 s

Hier wohnt man.

  • MarkeSpreeherz · erfunden
  • ArtEmotionaler Werbefilm
  • Länge56 Sekunden
  • Format16:9 · 1920 × 1080
  • EntstandenOktober 2026
  • TonWeb-Lautheit, −13,9 LUFS

Die Idee in einem Satz

Es geht nicht um Pflege. Es geht um Zuhause.

Die Aufgabe

Das Briefing war kurz: eine Pflege-WG in Cottbus so bewerben, dass man sie sofort will. Emotional und psychologisch auf den Punkt. Die Alternative zum klassischen Pflegeheim als die bessere Lösung erlebbar machen. Und am Ende zeigen, dass Marketing und Videodesign hier zusammengehören.

Den Kunden dazu gibt es nicht. Spreeherz haben wir selbst erfunden: ein Thema, das Menschen wirklich bewegt, und daran der echte Weg von der Strategie über Marke, Skript und Sound bis zum fertigen Film.

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Die zentrale Erkenntnis

Vor dem ersten Bild stand eine Frage: Wer entscheidet hier, und wovor hat diese Person Angst?

Meistens entscheiden nicht die Pflegebedürftigen selbst, sondern ihre erwachsenen Kinder. Mitten im Job, mitten im eigenen Familienleben. Ihre eigentliche Angst ist nicht die Qualität der Pflege. Sie sitzt tiefer: „Ich nehme Mama ihr Zuhause weg.“

Daraus wurde die Leitidee: Es geht nicht um Pflege. Es geht um Zuhause.

Den Kontrast zum Pflegeheim trägt ein einziges Wort. Am Ende sagt die Mutter: „Hier bin ich nicht untergebracht. Hier wohne ich.“ „Untergebracht“ wird im Bild durchgestrichen. Das ist die ganze Positionierung in einem Satz, ohne dass jemand angegriffen wird. Ein Angriff auf Heime hätte unseriös gewirkt und genau die Familien getroffen, die sich schon für ein Heim entschieden haben.

Die Marke Spreeherz

  • Name: die Spree, die durch Cottbus fließt, und das Herz. Lokal, warm, leicht zu merken.
  • Logo: ein Herz aus einer einzigen Linie, darin die Spree als Welle. Im Film zeichnet es sich selbst.
  • Claim: „Hier wohnt man.“ Er nimmt die Pointe des Films auf und macht sie zum Markenversprechen.
  • Farben: Creme, Espresso, Honig und Salbei. Wohnlich, bewusst weit weg vom klinischen Weiß und Blau.
  • Schrift: eine weiche Serifenschrift (Fraunces) für Gefühl und Zitate, Inter für Fakten.
  • Bildsprache: warm gegradet, mit feinem Korn. Polaroids, Strichzeichnungen und Grundrisse statt Stockfoto-Ästhetik.

Der Film

Zwei Stimmen tragen den Film. Die Tochter erzählt, denn sie sitzt vor dem Bildschirm und muss entscheiden. Erika, die Mutter, hat das erste und das letzte Wort.

Geborgenheit. Cremeweißer Grund, groß in Serifenschrift: Zuhause. Drei Strichzeichnungen zeichnen sich selbst, darunter „mein Sessel“, „mein Kuchen“, „meine Leute“. Erika: „Zuhause … das ist mein Sessel. Mein Kuchen. Meine Leute.“

Bruch. Harter Schnitt ins Dunkle: eine Lampe, ein leerer Stuhl, ein stilles Zimmer. „Das hat Mama immer gesagt. Und dann kam der Tag, an dem es allein nicht mehr ging.“

Suche. Eine Suchleiste, getippt wird Pflege für Mama – wie geht es weiter? Drei Treffer erscheinen, der dritte leuchtet auf: Spreeherz – Pflege-WG in Cottbus. „Und ich hab mich gefragt: Wie soll das jetzt weitergehen?“

Erleichterung. Eine dunkle Holztür öffnet sich, warmes Licht flutet den Raum, die Kamera fliegt hindurch. Dahinter zeichnet sich das Logo. „Dann haben wir Spreeherz gefunden.“ Auf einer gezeichneten Stadtkarte fließt die Spree, eine Nadel mit Herz landet genau auf „mitten“: „Eine Pflege-WG, mitten in Cottbus.“

Beweis. Ein Grundriss zeichnet sich, „Mamas Zimmer“ leuchtet auf, die Kamera zoomt hinein, und aus dem Plan wird ein echtes Zimmer: Eigenes Zimmer, Eigene Möbel. Zurück im Grundriss die Küche, dazu Polaroids: „Kaffee um drei“, „Sonntagskuchen“. Ein Ring füllt sich in 24 Stunden, daneben schlägt ein Herz: Pflege rund um die Uhr. Und trotzdem: zuhause. Ein Polaroid „Besuch von der Enkelin“, dazu Besuch, wann ihr wollt und Familie entscheidet mit.

Pointe. Kuchen und Kaffee auf dem Tisch. Erika: „Weißt du, Kind … hier bin ich nicht untergebracht. Hier wohne ich.“ Ein honiggelber Strich geht durch „untergebracht.“, darunter steht groß Hier wohne ich.

Abschluss. Logo, Claim und eine Faktenleiste: Eigenes Zimmer · Max. 12 Bewohner · Pflege 24/7 · Zuschuss der Pflegekasse möglich. Darunter ein Button: Kennenlerntag vereinbaren. „Spreeherz. Pflege-WG in Cottbus. Hier wohnt man.“ Zum Schluss schrumpft die Karte zu einem Rahmen, um ihn herum erscheinen die Leistungen, dann Motion ToGo.

Marke, Angebot und Zahlen sind für das Konzept erfunden.

Warum das verkauft

  • Identifikation statt Ansprache. Der Sprechertext redet niemanden direkt an. Die Tochter erzählt ihre Geschichte, und wer vor derselben Entscheidung steht, hört sich selbst.
  • Konkret statt Superlativ. Kein „beste Pflege“. Stattdessen: eigenes Zimmer, eigene Möbel, zusammen kochen, Pflege rund um die Uhr, Besuch, wann man will. Jedes Detail beantwortet eine Sorge, die niemand laut ausspricht.
  • Verlust umdrehen. Die Angst heißt „Mama verliert alles“. Der Film zeigt, was sie behält: ihr Zimmer, ihre Möbel, ihren Kuchen, ihre Leute.
  • Die Erleichterung inszenieren. „Dann haben wir Spreeherz gefunden“ ist eine Tür, die aufgeht. Aus Dunkel wird warmes Licht.
  • Einwände vorwegnehmen. Die Abschlusskarte beantwortet die typischen Fragen: wie viele Bewohner, wie viel Pflege, wer zahlt mit.
  • Ein leichter erster Schritt. „Kennenlerntag vereinbaren“ statt „Jetzt buchen“. Bei so einer Entscheidung muss der erste Schritt klein sein.
  • Auch ohne Ton verständlich. Die Untertitel sind eingebrannt und laufen Wort für Wort mit, Erikas Sätze stehen groß im Bild. Viele schauen Social Media stumm.

Sound & Musik

Die Musik ist eigens für diesen Film komponiert, für Klavier und Streicher, und folgt der Geschichte: hell am Anfang, sparsam beim Bruch, offen, wenn die Tür aufgeht. Bei Erikas Satz tritt alles zurück, damit der wichtigste Satz den meisten Raum bekommt.

Jede Szene hat ihre eigene Geräuschwelt, von der Kaffeetasse über die tickende Uhr und die Tür bis zum Herzschlag. Sobald jemand spricht, werden Musik und Geräusche leiser. Geprüft haben wir das wie immer: Unsere Spracherkennung hat den fertigen Mix Satz für Satz verstanden.

Jede Animation sitzt auf dem gesprochenen Wort. Die Nadel landet, wenn „mitten“ im Untertitel erscheint. Gerendert ist der Film mit 30 Bildern pro Sekunde und echter Bewegungsunschärfe.

Was dieser Film zeigt

  • Erst die Zielgruppe, dann die Effekte. Die Leitidee kam aus der Frage, wer entscheidet und wovor diese Person Angst hat.
  • Marke und Film aus einer Hand. Name, Logo, Farben und Claim sind Teil der Arbeit, nicht Beiwerk.
  • Bild, Wort und Ton erzählen gemeinsam. Jede Bewegung, jedes Geräusch und jede Farbe dient der Geschichte.
  • Tempo, das man nicht sieht. Vom Briefing bis zum fertigen Film hat es weniger als 48 Stunden gedauert.